Aktuell: Ölverschmutzung
Lomas de Arena ist einen offizieller Naturpark an der Stadtgrenze von Santa Cruz mit einer Fläche von 13 336 Hektar. Am Eingang sind pro Erwachsenem zwei Bs. Eintritt zu bezahlen, Kinder sind frei. An die Wasserflächen gelangt man nur zu Fuß oder mit einem Geländewagen mit funktionierendem Allrad. Andere Fahrzeuge bleiben im losen Sand stecken.
Lomas de Arena (zu deutsch Sandhügelkette) ist ein großflächiges Gebiet von Wanderdünen. Sie sind bis 50 Meter hoch. Das Befahren der Dünen ist verboten, nur kümmert sich keiner um die Verbote. Sehr beliebt sind allradgetriebene vierrädrige Motorräder, sog. All-Terain-Fahrzeuge. Damit wird wie irr in der Gegend herumgefahren, aber auch Geländewagen sieht man gelegentlich oben auf den Dünen.
Zwischen den Dünen gibt es große offene Wasserflächen.
Es handelt sich um Grundwasser, was man auch an der Temperatur deutlich
spürt. Es ist ein recht beliebtes Tagesausflugsziel für die Sta.
Cruzer am Wochenende. Auf diesen Gewässern gibt es Surfer und natürlich
alles was einen Motor hat.
So ähnlich hat es bis Mitte letzten Jahres ausgesehen.
Vielleicht nicht ganz so grün, dafür fehlen auf diesem Bild auch
die Leute, die mit ihrem Auto ein Stück ins Wasser hineinfahren um
es zu waschen. Hier stört das keinen. Fische oder andere Wasserbewohner
gab es sehr wenig, da das Wasser sehr nährstoffarm ist.
Diese Aufnahme stammt vom 01. Januar 2000. Das Wasser war
im Dezember 1999 vollständig verschwunden. Erst seit den ersten
ergiebigen Regengüssen am Jahresende 1999 gibt es überhaupt wieder
Wasser. Ein Teil der ehemaligen Wasserflächen erscheinen derzeit als
große grüne Wiesen.
Momentan (November 2001) gibt es viele kleine Lagunen,
die bis etwa 50 cm tief sind. In wie weit der Wasserspiegel bis zum Ende
der Regenzeit Ende Januar noch steigt, ist nicht vorhersagbar. Die alten
Stände wird er jedoch sicher nicht mehr erreichen. Der Grundwasserspiegel
in diesem Bereich ist in den letzten Jahren stark gefallen. Ursachen sind
einmal zurückgehende Niederschlagsmengen, zum anderen aber auch die
Flächenversiegelung durch Häuser und Straßen in Santa Cruz.
Deutlich sichtbar ist der Einfluß von "el niño".
Am Ende dieses Wetterphänomens ist der Wasserstand am Höchsten
und fällt danach stetig bis zum nächsten "Christkind".
Als Ausflugsziel für Touristen
ist es besonders in der kälteren Jahreszeit (April bis Juli) recht
interessant. Man kann schöne Wanderungen in dem Gebiet unternehmen
ohne sich ständig gegen irgendwelche Insekten verteidigen zu müssen.
Man kann dies natürlich auch in der übrigen Zeit machen, nur
weiss ich nicht, ob das bei 35 bis 40 Grad im Schatten sehr angenehm ist.
Zumal, wie man sieht der Schatten recht dünn gesät ist.
Im Laufe des 23. Juli 2002 liefen aus einem illegalen
Tanklager am Rand von Lomas de Arena etwa 250 000 Liter Rohöl aus.
Diese gelangten über den durch den Park führenden Choré
Choré Bach in den ganzen Park und weiter in Richtung Rio Pantano
und von dort in den Rio Grande.
Die örtlichen Behörden haben sich den Schaden
angesehen. Welche Maßnahmen von den Behördenvertretern getroffen
wurden, ist den Zeitungen nicht zu entnehmen.
Die Trinkwasserversorgung mehrerer Dörfer und einiger Farmen ist gefährdet. Auch die Gesundheit der Rinderherden in dem Gebiet scheint gefährdet, da der Bach von vielen Farmern als Tränke für das Vieh benutzt wird.
Zwischenzeitlich (09.07.02) wurde ein Fischsterben beobachtet sowie gesundheitliche Reaktionen (Unwohlsein, Allergien) bei der im Bereich des Choré Chorè wohnenden Kindern festgestellt.
Das sich an der Oberfläche befindende Öl wird abgepumpt, Ausbaggerungen, wie sie in Deutschland erfolgen müßten, sind aber nicht vorgesehen. Welchen Einfluß das Öl auf den Naturpark haben wird, kann noch nicht abgeschätzt werden. Hier gilt immer noch der Leitspruch "Aus den Augen aus dem Sinn".
Als erste Folge dieser Umweltverschmutzung wurden verbindliche
Regeln für eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Risikoanlagen
erstellt. Diese Ausarbeitungen werden im Laufe des Juli 2002 als Vorschrift
erlassen.
Ob das bei nicht genehmigten Anlagen hilft?
Über weitere Maßnahmen oder Folgen wurde in der mir zugänglichen Sta. Cruzer Presse bis Dato (07.08.02) nicht mehr mehr berichtet.